Künzelsau,
23
Februar
2021
|
07:36
Europe/Amsterdam

Aktualisierte Ausstellungsvorschau der Museen Würth 2021

Zusammenfassung

Veränderte Laufzeit der Ausstellung „Leonhard Kern und Europa“ / Veränderte Laufzeit der Werkschau „Anne Hausner – Naturstücke“ / Sonderpräsentation „Geometrie – Wahrnehmung – Einfühlung“ zum Bildhauer Lun Tuchnowski / Ausstellung „Weitblick“ zu den Höhepunkten der Moderne und Gegenwartskunst in der Sammlung Würth und Dauerpräsentation „Alte Meister in der Sammlung Würth“ mit der Holbein-Madonna

KUNSTHALLE WÜRTH, Lange Straße 35, 74523 Schwäbisch Hall: 
Leonhard Kern und Europa. Die Kaiserliche Schatzkammer Wien im Dialog mit der Sammlung Würth

29. März – 3. Oktober 2021

Er schuf handwerklich virtuose, zeitlos moderne und verblüffend lebensnahe Figuren: der Barockbildhauer Leonhard Kern (1588–1662). Seine bis in die zeitgenössische Kunst von Sammlern hochgeschätzten Skulpturen aus Elfenbein, Alabaster und Holz ließen ihn zu einem der bedeutendsten Künstler seiner Zeit werden: In seiner Heimat Hohenlohe, an den Fürstenhöfen Europas und vor allem am Kaiserhof in Wien machten seine unkonventionellen Kunstwerke Furore. Ihm widmet sich nun die Schau „Leonhard Kern und Europa“ in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall, die Werke der weltberühmten Kaiserlichen Sammlung in Wien und der Sammlung Würth vereint.

Die Ausstellung erzählt dabei nicht nur von Kerns Eindrücken auf weiten Reisen durch Europa und Nordafrika, sondern positioniert die Stellung des in Forchtenberg geborenen und meist in Schwäbisch Hall arbeitenden Bildhauers in der europäischen Kunstgeschichte neu. Denn Kerns ausdrucksstärksten Skulpturen – darunter „Herakles und Hippolyte“, „Laokoon“ oder seine Kreuzigungsgruppe – treten erstmals in Dialog mit Höhepunkten der italienischen Renaissance und Barockkunst, zum Beispiel mit Bronzen von Mantegna (1431-1506), Antico (1460-1528), Riccio (um 1471-1532) und Giovanni Bologna (1529-1608). Werke von Pablo Picasso, Georg Baselitz, Anthony Caro und anderen mehr laden zu vorbehaltlosem und vergleichendem Sehen ein und bieten Gelegenheit, den barocken Künstler auch aus einem erweiterten zeitgenössischen Blickwinkel zu entdecken.

Eine Kooperation von Kunsthalle Würth, Kunsthistorischem Museum Wien und Hällisch-Fränkischem Museum, Schwäbisch Hall. Das Hällisch-Fränkische Museum präsentiert vom 30. März bis 3. Oktober 2021 die Schau „Jammer und Not, Hunger und Tod – Leonhard Kern und der Dreißigjährige Krieg“.

 

HIRSCHWIRTSCHEUER, Scharfengasse 12, 74653 Künzelsau:
Anne Hausner – Naturstücke. Sammlung Würth und Leihgaben

Bis 18. Juli 2021

Anne Hausners Naturbilder sind das Ergebnis einer genauen Beobachtung. In technisch perfekter Umsetzung zeigt sie Oberflächen und Strukturen von Wiesen, Äckern, Wasseroberflächen oder Steinen. Bei dieser Beschäftigung sowohl mit dem Mikro- als auch dem Makrokosmos der Natur ergründet die Künstlerin das Wesenhafte der Dinge, die sie auch als Metapher für das große Ganze sieht.

 

MUSEUM WÜRTH, Reinhold-Würth-Straße 15, 74653 Künzelsau:
Geometrie – Wahrnehmung – Einfühlung. Lun Tuchnowski in der Sammlung Würth

Bis 24. Oktober 2021

Der Münchner Bildhauer Lun Tuchnowski (1946–2018) führt in seinen Skulpturen zwei unterschiedliche bildhauerische Auffassungen des 20. Jahrhunderts zusammen: Geometrisch orientierte Formen gehen Synthesen mit körperlichen ein. Metalle wie Aluminium, Zink, Bronze und Stahl, aber auch Holz, Beton, Kunststoff und Gips werden vom Künstler variantenreich verwendet. Eindrucksvoll halten seine Werke die fragile Balance zwischen Ruhe, Kraft und Dynamik. Im Gedenken an den Künstler und Szenografen, der über Jahrzehnte eng mit der Sammlung Würth verbunden war, richtet das Museum Würth bis 24. Oktober 2021 die große Überblicksausstellung „Geometrie – Wahrnehmung – Einfühlung“ aus. Gezeigt werden rund 200 Skulpturen, Gemälde und Zeichnungen aus allen Schaffensphasen. Die Werke stammen überwiegend aus der Sammlung Würth und sind ergänzt um wenige Arbeiten aus dem Nachlass des Künstlers, außerdem ist ein Münchner Atelier nachgebildet. 2021 wäre Lun Tuchnowski 75 Jahre alt geworden.

 

MUSEUM WÜRTH 2 im Carmen Würth Forum, Am Forumsplatz 1, 74653 Künzelsau:
Weitblick. Reinhold Würth und seine Kunst

Seit 28. Juni 2020

Mit rund 18.300 Werken zählt die an Vielfalt und Besonderheiten reich bestückte Sammlung Würth zu den großen deutschen Privatsammlungen. Sie wurde von Reinhold Würth im Laufe von rund 50 Jahren parallel zu seiner erfolgreichen Unternehmertätigkeit aufgebaut und dokumentiert eine persönliche Sicht auf die Entwicklungen der Kunst vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zur Kunst unserer Tage.

„Weitblick“, unsere erste Präsentation von Höhepunkten der Sammlung Würth im neuen Haus, folgt deshalb zwar sammlungsimmanent zentralen, jedoch keinen ausgetretenen Pfaden. Vielmehr ist sie das Ergebnis ausgedehnter sammlerischer Streifzüge durch die Kunstwelt der Moderne, die sich hier in drei Themenfeldern zusammenfügt: Aspekte der Abstraktion, Natur und Landschaft und schließlich Metamorphosen der Figur. Darunter sind Klassiker wie Max Beckmann, Pablo Picasso, Ernst Ludwig Kirchner, darüber hinaus Werke von Georg Baselitz, David Hockney, Anish Kapoor, Anselm Kiefer und von vielen anderen mehr. Sie alle sind im Wortsinn Herzstücke der Sammlung Würth und verbinden den Sammler mit seiner Kollektion.

Der umfangreiche Bestand an internationalen bildhauerischen Positionen der letzten 40 Jahre von Eduardo Chillida über Anthony Caro, Tony Cragg, Antony Gormley bis zu Niki de Saint Phalle bespielt den weitläufigen Skulpturenpark um das Carmen Würth Forum und säumt den Weg zwischen dem Museum Würth im Verwaltungsgebäude der Konzernzentrale und dem Museum Würth 2. Denn gerade diese Arbeiten bilden eines der markantesten Charakteristika der Sammlung Würth und haben mit ihren vielfältigen Erscheinungsformen und Möglichkeiten ihr angemessenes Zuhause im Grünen gefunden. Umgekehrt haben die eher stilleren, lichtempfindlichen Arbeiten von Horst Antes bis zu Andy Warhol – das »Blattgold« der Sammlung Würth – im geschützten Kabinett im Untergeschoss Quartier bezogen.

 

JOHANNITERKIRCHE, Im Weiler 1, 74523 Schwäbisch Hall:
Alte Meister in der Sammlung Würth

Dauerpräsentation

Vor knapp 500 Jahren schuf Hans Holbein der Jüngere (*1497/98 in Augsburg – 1543 London) in Basel sein Meisterwerk, die „Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen“ (genannt „Darmstädter Madonna“). Ihren Weltruhm verdankt die Tafel, die mit der Sixtinischen Madonna von Raffael verglichen wird, zu gleichen Teilen ihrer langen und komplexen Entstehungsgeschichte, der genialen kühnen Bilderfindung Holbeins, wie auch ihrem höchst ungewöhnlichen späteren Schicksal.

Der Kernbestand der Ausstellung „Alte Meister in der Sammlung Würth“, die sich der Kunst des deutschen Südwestens – einschließlich des Bodenseeraumes und der Nordschweiz – vom ausgehenden Mittelalter bis zur beginnenden Neuzeit widmet, bildet der 2003 von Reinhold Würth erworbene ehemals Fürstlich Fürstenbergische Bilderschatz Donaueschingen. Darunter sind zahlreiche herausragende Meisterwerke, z. B. von Lucas Cranach d. Ä. und aus der Hand Tilman Riemenschneiders. Außerdem befindet sich in der Johanniterkirche der Falkensteiner Altar des Meisters von Meßkirch, der als nationales Kulturgut gilt.

 

Laufzeitänderungen vorbehalten.

Aktuell sind die Museen Würth wie alle Kultureinrichtungen gemäß der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg bis voraussichtlich 7. März geschlossen.

www.kunst.wuerth.com