Künzelsau,
24
August
2026
|
08:56
Europe/Amsterdam

Hirschwirtscheuer verabschiedet sich als Ausstellungshaus mit „Tierisch was los!“

Zusammenfassung

Mit der Ausstellung „Tierisch was los!“ schließt die Hirschwirtscheuer in Künzelsau am Sonntag, 6. September 2026, nach 37 Jahren als Ausstellungshaus der Sammlung Würth. Das Gebäude kann die Anforderungen an ein zeitgemäßes und barrierefreies Ausstellungshaus seit Längerem nicht mehr erfüllen. Bis Ende 2027 entsteht an seiner Stelle ein barrierefreier Neubau nach Plänen des Architekturbüros Hochhäusl in enger Abstimmung mit der Stadt Künzelsau. Der Neubau erweitert mit einem Veranstaltungs- und einem Tagungsraum das unmittelbar benachbarte Kulturhaus Würth mit Bibliothek Frau Holle und schafft so zusätzliche Möglichkeiten für Begegnungen und Literatur. Im Museum Würth und im Museum Würth 2 laden weiter wechselnde Ausstellungen dazu ein, Kunst aus der Sammlung Würth in Künzelsau zu entdecken.

Über 100 Ausstellungen in fast 40 Jahren

Die Hirschwirtscheuer war das erste von Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth initiierte Ausstellungshaus und verband die Geschichte der Künstlerfamilie Sommer mit moderner und zeitgenössischer Kunst aus der Sammlung Würth. Seit ihrer Eröffnung im November 1989 als Wiederaufbau der historischen Hirschwirtscheuer durch die Adolf Würth GmbH & Co. KG nach Plänen des Öhringer Architekturbüros Hugo Müller hat das Haus das kulturelle Leben der Künzelsauer Altstadt geprägt. Insgesamt 103 Ausstellungen wurden dort von der Sammlung Würth präsentiert. Neben kleineren monografischen und thematischen Präsentationen moderner und zeitgenössischer Kunst sowie einer kleinen Dauerausstellung zur Künstlerfamilie Sommer wurden regelmäßig Arbeiten aus Workshops des Hotel-Restaurants Anne-Sophie mit Kunst von besonderen Menschen gezeigt.

Das historische Wohnhaus mit Scheune war um 1760 erbaut worden. Die Hirsch-Wirtin unterstrich ihre Stellung mit dem „Atlant“, einer Trägerfigur von Johann Andreas Sommer (1716–1776), als frühem Kunst-am-Bau-Denkmal und Wahrzeichen der Hirschwirtscheuer. 1984 war Fritz Kellermann, Initiator des Fördervereins Künstlerfamilie Sommer e. V., nach Recherchen zur Familie auf Reinhold Würth zugegangen und bat ihn um den Vorsitz des Vereins. Reinhold Würth nahm dies gerne an und blieb bis 1999 Vorsitzender. Die Beteiligung vieler Mitglieder des Vereins, des späteren Arbeitskreises Stadtmuseum Künzelsau, der Volkshochschule und viel ehrenamtliches Engagement trugen dazu bei, ein Bewusstsein für dieses kulturelle Erbe der Region zu wecken. Im November 1989 wurde die Hirschwirtscheuer als Museum für die Künstlerfamilie Sommer eingeweiht.

Die Künstlerfamilie Sommer, eine fränkische Familie von Bildhauern, Baumeistern und Kunstschreinern, gilt als eine der bedeutendsten Familien des süddeutschen Barocks. Sie wirkte vom 17. bis 19. Jahrhundert in der Region, vor allem für die Fürstenhäuser Hohenlohes. Ihre Werkstatt befand sich am Künzelsauer Schlossplatz, ihre Werke finden sich in den Schlössern und Kirchen in und um Künzelsau sowie in Castell, Stetten im Remstal und Weikersheim. Da deshalb nur wenige Originale der Künstlerfamilie Sommer zur Verfügung standen, entwickelte sich die Hirschwirtscheuer schnell zu einem Ausstellungshaus, in dem die Kunst der Sammlung Würth mit kulturhistorischen Themen der Region verbunden wurde.

C. Sylvia Weber, langjährige Leiterin der Sammlung Würth, prägte von Anbeginn das Ausstellungsprogramm, ab 1999 als Vorsitzende des Fördervereins, begleitet von Roland Krause und Wolfgang Kunzfeld und weiteren Kulturschaffenden der Region sowie Künstlerinnen und Künstlern der Sammlung Würth. Unterstützt wurde dies mit großzügigen Mitteln der Adolf Würth GmbH & Co. KG und dem Team des Museum Würth. Drei Skulpturen der Künstlerfamilie Sommer, die in der Hirschwirtscheuer als Dauerleihgabe der Stadt Künzelsau gezeigt wurden, gehen nach der Schließung an die Stadt Künzelsau zurück. Die Figurengruppe olympischer Götter von Georg Christoph Sommer und weitere Dauerleihgaben der Freiherren von Crailsheim werden ebenfalls an anderer Stelle wieder sichtbar werden.

Maria Würth, Geschäftsbereichsleiterin Kunst und Kultur in der Würth-Gruppe: „Die Hirschwirtscheuer legte den Grundstein für die Ausstellungstätigkeit der Sammlung Würth und bleibt in prägender Erinnerung. Mit dem neuen Gebäude möchten wir die Bedeutung dieses Ortes bewahren und zugleich Raum für neue Begegnungen im Herzen von Künzelsau schaffen.“

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Neubau erweitert das Kulturhaus Würth

Mit dem Neubau auf rund 600 m² wird dieser traditionsreiche Ort für die Zukunft weiterentwickelt. Die barrierefreie Gestaltung mit einem stufenlosen Eingang und Aufzug ermöglicht allen Besucherinnen und Besuchern einen einfachen Zugang. Zugleich schafft ein Veranstaltungsraum für rund 100 Gäste sowie ein Tagungsraum neue Möglichkeiten für das benachbarte Kulturhaus Würth. Hier werden künftig Autorenlesungen, Workshops, Vorträge oder auch das Musikevent „Singbar!“ stattfinden. Die Verlagerung des Veranstaltungsraums in den Neubau schafft im Kulturhaus Würth zudem Platz für einen eigenen Bereich für Kinder- und Jugendliteratur der Bibliothek Frau Holle.

Das 2017 eröffnete Kulturhaus Würth beheimatet mit der Bibliothek Frau Holle die Präsenzbibliothek von Carmen Würth und geht auf ihre Initiative zurück. Mehr als 10.000 Bücher aus Bereichen wie Sach- und Kinderbuch, Weltliteratur und Belletristik stehen der Öffentlichkeit dort kostenfrei zur Verfügung. Das Haus ist außerdem eine Außenstelle des Standesamts und bietet Raum für Trauungen. Bei freiem Eintritt spricht es zudem mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm alle Generationen an.

Das Bildmaterial wurde mit KI-Unterstützung erstellt.

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