Künzelsau,
15
März
2022
|
07:59
Europe/Amsterdam

Auf dem Jakobsweg zur Kunst

Zusammenfassung

Viele Wege führen nach Santiago de Compostela. Ein wiederbelebter Pilgerpfad führt an der Kunsthalle Würth und der Johanniterkirche in Schwäbisch Hall vorbei. Beide Häuser zeigen Kunstwerke, die sich mit dem Wandern als Kulturtechnik beschäftigen. 

Der Apostel Jakobus, dessen Fest die evangelische und die katholische Kirche am 25. Juli feiern, gilt als Schutzheiliger der Pilgerinnen und Pilger. Besonders im galizischen Santiago de Compostela wird er verehrt, seit man dort, der Legende nach im 9. Jahrhundert, das Grab des Heiligen entdeckte. Seitdem führt die Hauptroute des Jakobsweges, der so genannte Camino Francés, von den Pyrenäen quer durch Nordspanien bis zur eigens über der Grabstätte errichteten Kathedrale. 

Auch in der bildenden Kunst hat Jakobus, in der Regel am muschelgeschmückten Pilgerhut zu erkennen, seine Spuren hinterlassen. Selbst in die aktuelle Ausstellung der Kunsthalle Würth „Sport, Spaß & Spiel in der Sammlung Würth" in Schwäbisch Hall hat er es geschafft. Sie widmet sich den Freuden und Überforderungen des facettenreichen Freizeitgebarens. Auch die Ars Ambulandi, die Kunst des Gehens, ob wandernd, spazierend oder pilgernd, gehört dazu. Ihr haben sich seit dem 19. Jahrhundert viele Künstlerinnen und Künstler gewidmet. So sind etwa die Impressionisten Camille Pissarro oder Max Liebermann mit stimmungsvollen Werken zum Thema in der Kunsthalle Würth zu sehen. 

Oder die zeitgenössische kanadische Künstlerin Monica Tap: Auf der Suche nach ihrem persönlichen Zugang zur Welt begab auch sie sich im Herbst 2012 auf den Camino Francés. Aus dieser Erfahrung ging eine suggestive Folge sensibler Landschaftsstudien hervor. In ihnen vermischen sich die landschaftlichen Eindrücke ihrer Wanderung mit tief versunkenden Kindheitseindrücken, die, auf dem Rücksitz des elterlichen Pontiacs sitzend, in sie einsickerten, während die Prärie durch einen von Bäumen gerahmten, verschwommenen Bildausschnitt an ihr vorbeiglitt. 

Im Süden Deutschlands gibt es spätestens seit dem 11. Jahrhundert eine große Anzahl von Pilgerrouten gen Santiago. Auf einem der historischen, wieder neu entstandenen Wege gelangt man von Rothenburg ob der Tauber durch den Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald bis nach Esslingen am Neckar. Unterwegs passiert man Schwäbisch Hall. Eine gute Gelegenheit zum Abstecher in die Kunsthalle Würth und die Johanniterkirche aus dem 12. Jahrhundert, in der die Sammlung Würth ihre kostbaren Alten Meister bewahrt. Der Eintritt in beide Häuser ist frei.

Webseite der Kunsthalle Würth

Webseite der Johanniterkirche 

Unternehmen

Kunst & Kultur