Künzelsau/Schwäbisch Hall,
06
Mai
2021
|
10:45
Europe/Amsterdam

Würth-Gruppe setzt auf Digitalisierungsstrategie und innovative Ideen für mehr Nachhaltigkeit

Zusammenfassung

Trotz der Coronakrise steigerte die Würth-Gruppe im Geschäftsjahr 2020 ihren Umsatz geringfügig auf 14,4 Milliarden Euro (2019: 14,3 Milliarden Euro). Das entspricht einem Wachstum von 1,0 Prozent. Bereinigt um Wechselkurseffekte liegt das Plus bei 2,0 Prozent. Das Betriebsergebnis liegt mit 775 Millionen Euro leicht über dem Vorjahr (2019: 770 Millionen Euro). Ursächlich hierfür war ein stringentes Kostenmanagement. Bemerkbar machen sich vor allem die durch die Pandemie eingesparten Reise- und Konferenzkosten. Dadurch konnten coronabedingte Umsatzeinbrüche in profitablen Geschäftsfeldern kompensiert werden.

  • trotz Pandemie Wachstum in Umsatz und Betriebsergebnis
  • Digitale Vertriebskanäle wachsen: E-Business-Umsatz steigt überproportional
  • Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wächst
  • Adolf Würth GmbH & Co. KG Vorreiter im Konzern: klimaneutral bis 2024
  • innovative Ideen für mehr Nachhaltigkeit: Würth Liefertag und Verpackung aus Recyclat
  • zweistelliges Umsatzplus im ersten Quartal
  • Ausblick 2021: Unsichere Lage der Weltwirtschaft erschwert Prognose

Zwei Faktoren haben die Umsatzentwicklung 2020 entscheidend beeinflusst: Das Handwerk, das Würth im Kerngeschäft der Würth-Linie mit Befestigungs- und Montagematerial versorgt, arbeitete aufgrund seiner Systemrelevanz ununterbrochen auf hohem Niveau. Gleichzeitig bot die Multi-Kanal-Strategie den Kunden die richtigen Lösungen für eine kontaktlose Materialbeschaffung – die Digitalisierungsstrategie mit Onlineshop, E-Procurement und Würth App synchronisiert sich perfekt mit der stationären Beschaffung in den Niederlassungen. Entsprechend entwickelte sich der E-Business-Umsatz 2020 und stieg um 5,8 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro, womit sich sein Anteil am Konzernumsatz auf 19,3 Prozent erhöhte.

„Wir hatten die Weichen schon vor Ausbruch der Pandemie gestellt: Unsere Kunden kennen sich mit den digitalen Bestellwegen aus – zusätzlich unterstützt der Außendienst beratend. Damit schließt sich der Kreis: 100 Prozent Flexibilität bei der Warenbeschaffung, auch mit Kontaktbeschränkungen“, erklärt Robert Friedmann, Sprecher der Konzernführung der Würth-Gruppe.

Wachstum trotz Coronakrise

Die Würth-Gruppe in Deutschland schloss das Geschäftsjahr mit einem Plus von 2,9 Prozent ab. Die Pandemie wirkte sich dabei ganz unterschiedlich auf die einzelnen Branchen aus, die Würth bedient. Sowohl die Division Bau (+12,2 Prozent) als auch der Elektrogroß-handel Deutschland (+10,8 Prozent) verbuchten Umsatzsteigerungen im zweistelligen Bereich. Rückläufig dagegen waren die Umsätze aus den Bereichen, die den Automobil- und Maschinenbau direkt beliefern. Die Automobilindustrie, die wegen der Bemühungen um den Klimawandel ohnehin schon unter Druck stand, büßte unter dem Nachfragerückgang und dem wochenlangen Produktionsstillstand stark an Umsatz ein. Auch der Maschinenbau hat gelitten. Die ausländischen Gesell-schaften mussten einen Umsatzrückgang von 0,4 Prozent hinnehmen

Besonders stabil zeigte sich die Adolf Würth GmbH & Co. KG, die größte Gesellschaft im Konzern. Sie erwirtschaftete einen Umsatzanstieg von 7,4 Prozent im vergangenen Geschäftsjahr. Das Potenzial der digitalen Vertriebswege während der Pandemie spiegelt sich in den Zahlen wider: Auf den Webseiten der Adolf Würth GmbH & Co. KG gehen pro Minute knapp 1.000 Suchanfragen ein. Pro Monat loggen sich die Kunden fast eine Million Mal im Onlineshop und der Würth App ein.

Konzernausrichtung trägt durch Pandemie

Die internationale Aufstellung des Konzerns mit über 400 Gesellschaften in mehr als 80 Ländern schafft zu Krisenzeiten Stabilität. Außerdem garantiert die Branchenvielfalt Unabhängigkeit von einem einzigen Wirtschaftszweig: Im Kerngeschäft der Würth-Linie, dem Vertrieb von Montage- und Befestigungsmaterial, beliefern die Gesellschaften Kunden aus den Bereichen Metall, Auto, Industrie, Holz und Bau; die Allied Companies sind in angrenzenden Geschäftsfeldern wie beispielsweise Elektronik, Elektrogroßhandel oder Chemie tätig. Diese strategische Ausrichtung des Konzerns gepaart mit der Multi-Kanal-Strategie ist speziell in der Pandemie ein wichtiger Pluspunkt.

Nachhaltigkeit innerhalb der Logistik: Der Würth Liefertag

Logistik gehört zu den Kernkompetenzen von Würth. Um Kunden mit hoher Bestellfrequenz in der Effizienz ihrer Arbeitsabläufe und Planbarkeit ihres Lagermanagements zu unterstützen, bietet die Adolf Würth GmbH & Co. KG das neue Serviceangebot „Würth Liefertag“ an. Das bedeutet: Bisher viele einzelne Bestellungen des Kunden laufen auf einen fixen Zustelltermin in der Woche auf und werden gebündelt. Den Tag der Zustellung definiert der Kunde selbst. Das Potenzial der CO2-Reduktion liegt bei 30 Prozent pro Kunde.

Bis zum Jahr 2024 will die Adolf Würth GmbH & Co. KG klimaneutral sein und übernimmt eine Vorreiterrolle im Konzern. Wir versenden bereits heute unsere Pakete klimaneutral an den Kunden. Bis 2030 wollen wir weitestgehend zirkulär wirtschaften. Dafür arbeiten wir kontinuierlich an nachhaltigen Bestellprozessen: Von der digitalen Rechnung bis zu nachhaltigen Verpackungs- und Belieferungssystemen“, so Friedmann.

Für den Kunden ergeben sich dank des Serviceangebots mehrere Vorteile: Es fällt weniger Verpackungsmaterial an, die Menge an Füllmaterial sinkt bei gleichzeitig weniger Fahrten für die Zustellung – was automatisch Ressourcen und die Umwelt schont. Zudem kann der Kunde entsprechend der Zustellungen zielgerichtet seinen Personalaufwand planen. Eine Ausrollung dieses Modells auf alle Würth-Linie-Gesellschaften ist geplant.

„Dieses Beispiel zeigt, wie viel Potenzial vorhanden ist und was wir bewegen können, wenn wir Prozesse neu denken. Es geht nicht mehr nur um Schnelligkeit, sondern Effizienz. Auch das Thema nachhaltiges Wirtschaften wird vom Handwerk verstärkt nachgefragt“, erläutert Friedmann das neue Serviceangebot.

Nachhaltige Produktverpackung aus Altplastik

Zusammen mit einem Verpackungshersteller entwickelte Würth Verpackungen aus 100 Prozent Recyclat (PCR – post consumer recyclat aus dem dualen System) für Zerspanungswerkzeuge. Die Verpackungen werden nahezu CO2-neutral produziert und bestehen aus 100 Prozent Altplastik. Auch die Etiketten bestehen vollständig aus recyceltem Kunststoff und werden mit ökologisch unbedenklichem Klebstoff aufgebracht.

So war es möglich, dass die neuen Verpackungen Cradle to Cradle™-zertifiziert wurden. Die Vorteile der nachhaltigen Verpackungen: Sie bieten einen sehr guten Produktschutz bei gleichzeitig geringem Materialeinsatz, sind wiederverwendbar sowie widerstandsfähig gegen Öle, Fette und Feuchtigkeit. Dank dieser Umstellung werden pro Jahr rund 45 Tonnen neuer Kunststoff eingespart und die CO2-Emission für diese Produktgruppe wird um 77 Prozent gesenkt.

„Bis zum Jahr 2025 will die Adolf Würth GmbH & Co. KG 50 Prozent der Verpackungen auf kreislauffähige Lösungen umgestellt und 20 Prozent Verpackungs-material gegenüber dem Jahr 2020 eingespart haben“, sagt Friedmann.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die Zahl der Mitarbeitenden hat sich leicht von 78.686 auf 79.139 erhöht. In Deutschland sind 24.514 Menschen beschäftigt, dies entspricht einer Steigerung um 0,7 Prozent, im Außendienst sind es konzernweit 33.176 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Eigenkapital bietet Sicherheit und Unabhängigkeit

Die Würth-Gruppe verfügt über eine verlässliche finanzielle Stabilität: Das Eigenkapital der Würth-Gruppe stieg im vergangenen Geschäftsjahr um 6,6 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro – ein Plus von 366 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote liegt damit zum Jahresende bei 43,8 Prozent (2019: 44,0 Prozent). Die Ratingagentur Standard & Poor´s bestätigte 2020 das Rating der Würth-Gruppe mit A/outlook stable. Dies zeigt erneut die Stabilität des Geschäftsmodells.

Zukunftsaussichten optimistisch

Der Blick der Wirtschaftsinstitute in die Zukunft ist wieder optimistischer. Dennoch lässt sich aufgrund des dynamischen Infektionsgeschehens keine verlässliche Prognose treffen. Wichtig bleibt für den Konzern daher, Wachstum aus eigener Kraft zu generieren: über die zuverlässige Erreichbarkeit für die Kunden, eine hohe Marktaktivität, den Ausbau von Vertriebskapazitäten und nicht zuletzt neue Marktanteile aufgrund einer hohen Leistungsfähigkeit und finanziellen Stabilität. Dass Würth hier weiter erfolgreich ist, zeigen die Zahlen zu Beginn des Pandemiejahrs 2021: Der Konzern verbuchte im ersten Quartal ein Umsatzplus von 10,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Würth-Gruppe in Deutschland verzeichnete ein Umsatzwachstum von 7,2 Prozent in den ersten drei Monaten des neuen Jahres, die ausländischen Gesellschaften schnitten mit einem Plus von 12,6 Prozent ab. Auch die Adolf Würth GmbH & Co. KG startete sehr gut ins neue Jahr: Sie ist in den ersten drei Monaten um 11,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen.

Über die Würth-Gruppe

Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer in ihrem Kerngeschäft, dem Vertrieb von Montage- und Befestigungsmaterial. Sie besteht aus über 400 Gesellschaften in mehr als 80 Ländern und beschäftigt mehr als 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Davon sind mehr als 33.000 fest angestellte Verkäufer im Außendienst.

Im Kerngeschäft, der Würth-Linie, umfasst das Verkaufsprogramm für Handwerk und Industrie über 125.000 Produkte: von Schrauben, Schraubenzubehör und Dübeln über Werkzeuge bis hin zu chemisch-technischen Produkten und Arbeitsschutz.

Die Allied Companies – Gesellschaften des Konzerns, die an das Kerngeschäft angrenzen – ergänzen das Angebot um Produkte für Bau- und Heimwerkermärkte, Elektroinstallations­material, elektronische Bauteile (z. B. Leiterplatten), Werkzeuge sowie Finanzdienstleistun­gen. Sie machen über 40 Prozent des Umsatzes der Würth-Gruppe aus.