Stella Hamberg: 16. Robert Jacobsen Preisträgerin der Stiftung Würth
Museum Würth 2, 12. Mai bis 8. November 2026
Die deutsche Bildhauerin Stella Hamberg ist am Montag, den 11. Mai, im Carmen Würth Forum in Künzelsau mit dem 16. Robert Jacobsen Preis der Stiftung Würth ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert. Begleitend zur Preisverleihung präsentiert das Museum Würth 2 bis zum 8. November 2026 eine Werkschau mit insgesamt zehn Bronzen Hambergs im Belvedere des Hauses und im umliegenden Skulpturengarten, die in enger Abstimmung mit der Künstlerin entstanden ist.
„Mit ihrer künstlerischen Bandbreite schafft Stella Hamberg eine zeitgenössische Fortsetzung der traditionsreichen bildhauerischen Praxis, die in unserer unmittelbaren Gegenwart stärker denn je Resonanz findet“, ordnete Philipp Demandt, Laudator und Jurymitglied des Robert Jacobsen Preises, bei der feierlichen Preisvergabe Hambergs Schaffen ein. Den Preis übergaben Maria Würth, Mitglied des Vorstands der Stiftung Würth, Johannes Schmalzl, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Würth, und Philipp Demandt, Jurymitglied des Robert Jacobsen Preises.
Stella Hamberg, geboren 1975 im hessischen Friedberg, zählt zu den prägenden Positionen der zeitgenössischen figurativen Skulptur. In ihren Arbeiten steht der menschliche Körper im Zentrum – fragmentiert, monumental oder als Hybrid zwischen Mensch und Tier. Ihre Bronzen setzen sich mit existenziellen Fragen auseinander: Menschsein, Selbstbehauptung, Verletzlichkeit und Verwandlung. Die Künstlerin bearbeitet ihre Skulpturen aus dem traditionsreichen Material Bronze mit großer handwerklicher Intensität. Sichtbare Spuren des Arbeitsprozesses, zerklüftete Oberflächen, Furchen und Rillen stehen glatten, nahezu makellosen Partien gegenüber. In der Werkschau wird dies in der Arbeit „Berserker I“ von 2007 deutlich, die im Skulpturengarten um das Carmen Würth Forum präsentiert wird: So expressiv und haptisch rau Kleidung und Ast ausgearbeitet sind, so klar ist hingegen das Gesicht gezeichnet.
Abstrahierende Elemente in ihrem Werk eröffnen immer neue Perspektiven auf den menschlichen Körper und damit vielfältige Bedeutungsräume. Die betont handwerkliche Arbeitsweise im Zusammenspiel mit einer stark assoziativen, freien Formensprache verbindet die aktuelle Preisträgerin mit dem dänischen Bildhauer Robert Jacobsen, nach dem der Preis benannt ist.
Die Werkschau im Museum Würth 2 ist ein Projekt der Adolf Würth GmbH & Co. KG.
Die Werkschau „Stella Hamberg. 16. Robert Jacobsen Preis der Stiftung Würth“ im Belvedere und Skulpturengarten des Museum Würth 2, Künzelsau, ist bis 8. November täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen. Der Einritt ist frei.
Zum Robert Jacobsen Preis
Nach dem Tod des Bildhauers Robert Jacobsen im Jahr 1993 hat die Stiftung Würth in Kooperation mit dem Museum Würth den Robert Jacobsen Preis ausgelobt, der alle zwei Jahre an zeitgenössische bildende Künstlerinnen und Künstler vergeben wird, um an das Werk und den Einfluss Robert Jacobsens zu erinnern. Den dänischen Bildhauer und den Unternehmer und Kunstsammler Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth hatte nach einem ersten zufälligen Aufeinandertreffen in den 1970er-Jahren eine langjährige Freundschaft verbunden. 1991 hatte Jacobsen auf dem Vorplatz des neuen Verwaltungsgebäudes der Würth-Gruppe seine größte Skulptureninstallation fertiggestellt, die seither das Erscheinungsbild der Konzernzentrale prägt. Der Robert Jacobsen Preis ist mit 50.000 EUR dotiert.
2023/24 wurde Ugo Rodinone ausgezeichnet, 2021 das Künstlerduo Elmgreen & Dragset, 2018/19 Eva Rothschild, 2016/17 Yngve Holen, 2014/15 Michael Sailstorfer, 2012/13 Jeppe Hein, 2010/11 Alicja Kwade, 2008/09 Monika Sosnowska, 2005/06 Bernar Venet, 2003/04 Rui Chafes, 2001 Stephan Kern, 1999/2000 Gereon Lepper, 1997 Magdalena Jetelová, 1995 Richard Deacon und 1993 Lun Tuchnowski.
Die international besetzte Jury des 16. Robert Jacobsen Preises konstituiert sich aus den Mitgliedern des Kunstbeirats der Sammlung Würth: Dr. Christoph Becker, Dr. Philipp Demandt, Prof. Dr. Michael Eissenhauer, Fabrice Hergott, Prof. Dr. Bernhard Maaz, gemeinsam mit dem vorangegangenen Preisträger Ugo Rondinone sowie C. Sylvia Weber, Vorsitzende der Jury, und Maria Würth, Mitglied des Vorstands der Stiftung Würth.
Über die Stiftung Würth
Die gemeinnützige Stiftung Würth wurde 1987 von Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold und Carmen Würth in Künzelsau gegründet und fördert Projekte in den Bereichen Bildung und Wissenschaft, Soziales und Integration sowie Kunst und Kultur.
