Künzelsau,
13
September
2024
|
10:01
Europe/Amsterdam

Arnulf Rainer zum 95. Geburtstag

Museum Würth 2, Atrium, 06.09.2024 – 23.03.2025

Zusammenfassung

Das Museum Würth 2 in Künzelsau zeigt im Atrium anlässlich des 95. Geburtstags des österreichischen Malers Arnulf Rainer bis 23. März 2025 eine Werkschau mit 80 Arbeiten aus seinen wichtigsten Schaffensphasen.

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Der am 8. Dezember 1929 in Baden bei Wien geborene Arnulf Rainer gehört zu den bedeutendsten österreichischen Künstlern der Gegenwart und gilt als Begründer des Informel, einer radikal abstrakten Kunstrichtung nach 1945, die durch intuitive Malweise zu kühnen Werken gelangt. International bekannt ist er vor allem für seine Übermalungen von Bildern, Fotografien und Kunstdrucken – zunächst, wie er sagt, aus Mangel an Material, später bewusst als eigener künstlerischer Ausdruck, auch in Kooperation mit Künstlern wie Pablo Picasso, Joan Miró und Victor Vasarely, die ihm eigene Bilder zur Übermalung überlassen. Doch in der Schau zum 95. Geburtstag fächert das Museum Würth 2 in Künzelsau im Atrium mit Übermalungen, Kreuzen, „Face Farces“, Fingermalereien und grafischen Arbeiten das volle Spektrum seines umfangreichen Werkes auf, das immer wieder Neuansätze birgt, die bisherigen Positionen widersprechen.

Arnulf Rainer hat als Surrealist begonnen, ehe sich der überzeugte Autodidakt nach einer Paris-Reise mit Maria Lassnig 1951 dem Informel zuwandte. Seinen automatistischen, allein auf innere Bilder und die Motorik seiner Hände konzentrierten Werken folgen strenge Proportionsstudien, auf die Übermalungen das Spiel mit Gesten in den „Face Farces“ und „Body Poses“, später die „Farbvorhänge“ und „Schleierbilder“. Kern des Werkes bleibt stets der authentische Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Immer wieder entblößt der Selbstdarsteller performativ Körper und Geist, öffnet sein Innerstes nach außen, spitzt zu bis zur Zerstörung des eigenen Antlitzes in seinen Arbeiten, findet jedoch auch Zugang zur Selbstironie, Komödiantischem und positivem Lebensgefühl.

80 Werke von Rainer aus fünf Jahrzehnten präsentiert das Museum Würth 2 im Atrium, alle aus der Sammlung Würth. Darunter auch die „Große Übermalung“ von 1955, ein frühes Beispiel der wegweisenden Hinwendung Rainers vom Surrealismus über die Schwarzmalerei hin zur Übermalung und Überdeckung anderer Werke. Mit Farbe nimmt er diese in Besitz, um sie der oberflächlichen Betrachtung zu entziehen mit dem erklärten Ziel, „den Bildern das zurückzugeben, was sie verloren haben – ihr Geheimnis“.

Das Museum Würth 2 umfasst rund 1.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche und wird ergänzt von einem hellen Atrium teils mit Tageslichtatmosphäre, in dem die Rainer-Präsentation gezeigt wird. Dieser besondere Raum führt die Besucherinnen und Besucher in die Hauptausstellung „Terrific – Faszination Sammlung Würth“. Im Belvedere und im Skulpturengarten ist die Werkschau „Ugo Rondinone – solar spirit“ des 15. Robert Jacobsen Preisträgers der Stiftung Würth zu erleben. Beide Präsentationen laufen ebenfalls bis 23. März 2025. 

Museum Würth 2, Atrium, Künzelsau, Arnulf Rainer zum 95. Geburtstag, 6. September bis 23. März 2025. Eintritt frei, geöffnet bis März täglich 10 bis 18 Uhr. www.kunst.wuerth.com

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