Künzelsau,
05
Februar
2026
|
20:57
Europe/Amsterdam

Alte Meister in der Sammlung Würth: „Madonna mit Kind“ von Hubert Gerhard hält Einzug in die Johanniterkirche

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Zusammenfassung

Hubert Gerhards „Madonna mit Kind“ – ein Hauptwerk der Bronzeplastik um 1600 – ist durch Erwerb der Sammlung Würth nun dauerhaft öffentlich zu sehen.

Hubert Gerhard (* um 1540/50 in ’s-Hertogenbosch; † um 1620 in München), der niederländische Schöpfer exzeptioneller frühbarocker Bronzen, gilt als einer der wichtigsten Vermittler italienischer Formensprache nördlich der Alpen. Seine Schulung an florentinischen Vorbildern, insbesondere in der Werkstatt Giovanni da Bolognas, zeigt sich in der Eleganz seiner manieristisch gelängten Figuren. Gerhards geistreiche Interpretationen setzten neue Maßstäbe für die Plastik in Süddeutschland. Er war für die Fugger in Augsburg, als Hofbildhauer in München sowie in Innsbruck tätig und dabei so gefragt, dass selbst Kaiser Rudolf II. sich vergeblich bemühte, den herausragenden Bildhauer an seinen Prager Hof zu binden. 

Nun hat durch die erfolgreiche Vermittlung von Philipp Herzog von Württemberg mit Gerhards Madonna auf der Mondsichel eine der bedeutendsten Mariendarstellungen der Bronzeplastik um 1600 Einzug in die Schwäbisch Haller Johanniterkirche gehalten. Ganz in der Nähe ihres Entstehungsortes. Denn das „Marien bildt mit dem Kind auff dem arm und dem Zepter in der Hand“ wurde einst für die Schlosskapelle der Residenz des Bruders Kaiser Rudolfs II., des Erzherzogs Maximilian III. von Österreich, in Bad Mergentheim geschaffen, wo dieser als Hoch- und Deutschmeister dem Deutschen Orden vorstand.

Mit beiden Füßen steht Maria auf einer Mondsichel, was sie auch ohne Krone als Herrscherin über alle Gestirne ausweist. Während das, wie seine Mutter, üppig gelockte Jesuskind den Erdball in der linken Hand hält und seine rechte mit zwei ausgestreckten Fingern zum Segensgruß erhebt, wird die Mondsichel als Sinnbild des Wankelmütigen und Bösen von Maria niedergehalten.

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Johanniterkirche, Schwäbisch Hall: „Alte Meister in der Sammlung Würth“ mit der Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen von Hans Holbein d. J. und dem Falkensteiner Altar des Meisters von Meßkirch. Öffnungszeiten: täglich 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. 

Faltblatt Alte Meister in der Sammlung Würth 
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